Metatopic

Jede Veröffentlichung (also jedes Buch, jeder Zeitschriftenartikel, jede Online-Publikation) hat ein Hauptthema. Das ist das, worum es in der Veröffentlichung geht. In der Indexing-Fachterminologie (meiner Kenntnis nach auf Do Mi Stauber zurückgehend) spricht man vom Metatopic.

Die typischen Kennzeichen des Metatopic sind:

  • Üblicherweise steht das Metatopic im Titel der Veröffentlichung.
  • In seltenen Fällen drückt der Titel das Hauptthema nur indirekt aus, es „schwebt“ dann sozusagen über dem Text.
  • Es kann mehr als ein Metatopic zu einer Veröffentlichung geben (meist aber nicht mehr als zwei).
  • Aus Indexing-Sicht ist das Metatopic der strukturelle Kern der Veröffentlichung mit der Konsequenz, dass jeder Indexeintrag, der gebildet wird, implizit mit dem Metatopic zusammenhängt.

Da das Metatopic immer im Hinterkopf des Indexnutzers mitschwingt, braucht, ja sollte es nicht als Haupteintrag in den Index aufgenommen werden. Denn würde es als Haupteintrag fungieren, müssten ihm sämtliche anderen Einträge untergeordnet werden. Der gesamte Index würde nur aus Untereinträgen bestehen.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Stellen, an denen es um allgemeine Aspekte des Metatopics geht.

Daher gilt die Regel: Wenn überhaupt, sollte das Metatopic nur dann als Haupteintrag aufgenommen werden, wenn man den Leser auf allgemeine, grundlegende Stellen in der Veröffentlichung hinweisen möchte, zum Beispiel auf die Definition des Begriffs, der das Metatopic bildet, oder auch dessen geschichtlichen Hintergrund („Geschichtliches“).

Wenn man versehentlich einen Eintrag gebildet hat, der aus dem Metatopic als Hauptthema und einem spezifischen Unterthema besteht (also spezifischer als „Definition“ oder „Geschichtliches“), sollte man spätestens bei der Bearbeitung des Index daran denken, dass von Natur aus alle Themen des Buches mit dem Metatopic verbunden sind; das heißt: das spezifische Unterthema kann zu einem Haupteintrag werden, und der ursprüngliche Eintrag mit Metatopic und Unterthema kann entfallen.

Auch als Untereintrag braucht das Metatopic nicht aufgenommen zu werden, denn dem Leser würde dadurch keine Zusatzinformation gegeben werden, die ihm hilft, Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können. Es geht ja in der gesamten Veröffentlichung um das Metatopic.

Grundsätzlich immer als Haupt- und Untereinträge geeignet sind dagegen die sog. Local Main Topics.

Das Verständnis der Rolle von Metatopics und Local Main Topics ist die Grundvoraussetzung für die Schaffung eines guten Index!

Metatopics und Local Main Topics bilden die wesentliche Grundlage für Walters Regeln zur inhaltlichen Erschließung.

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