Walters Regeln zur inhaltlichen Erschließung

Indexing-Regeln lassen sich zu den folgenden Punkten aufstellen:

  • Ablauf der Registererstellung (wie entsteht ein Register?)
  • inhaltliche Erschließung von Publikationen (was kommt auf welche Weise in ein Register?)
  • Editieren eines Registers (Qualitätsverbesserung eines Registers)
  • Sortierung
  • Präsentation eines Registers (Anordnung und Formatierung)

Die ersten drei Punkte sind dabei die eigentlich wichtigen, denn sie werden ausschließlich vom menschlichen Intellekt bestimmt. Die anderen beiden (Sortierung, Präsentation) sind technischer Art und hängen von den verwendeten Programmen und von evtl. vorhandenen Normen ab; sie sind daher viel leichter in den Griff zu bekommen.

Wie ein Register entsteht, was auf welche Weise aufgenommen werden soll und wie sich die Qualität verbessern lässt, sind Punkte, die viel mit Intuition, Assoziation, Wissen und Erfahrung zu tun haben und die sich daher nur schwer vermitteln lassen. Das macht aber auch ihren Reiz aus. Zum Glück lassen sich auch dazu einige Regeln angeben. Genau diese Regeln möchte ich hier vorstellen.

Die inhaltliche Erschließung umfasst alles, was mit den Punkten Thema, Unterthema, Querverweise, Double Postings usw., also dem Bilden von Einträgen und Untereinträgen, zu tun hat und geht bis in den Bereich des Editierens (dem Bearbeiten) eines Index hinein, der sich zentral mit dem Zusammenspiel von Haupt- und Untereinträgen beschäftigt. Zum Editieren kann und muss aber noch mehr gesagt werden, als ich es tue, wenn ich mich wie hier zunächst auf die inhaltliche Erschließung konzentriere. Das heißt, es wird einen separaten Beitrag mit weiteren Regeln zum Editieren geben. Die Bildung von Einträgen und Untereinträgen ist naturgemäß Teil des Ablaufs der Registererstellung, denn die Entscheidungen, die während der Registererstellung vom Indexer getroffen werden müssen, sind zum größten Teil inhaltlicher Art. Viele Aspekte zur Frage, wie ein Register entsteht, können hier nicht behandelt werden, ihnen werden später mehrere separate Beiträge gewidmet.

Die Hauptaufgabe beim Indexieren besteht darin, diejenigen Themen und Unterthemen zu finden, die eine Fundstelle im Text gebührend beschreiben. Bei der Suche nach dem Was, also nach den geeigneten Begriffen und Bezeichnungen können einige Regeln helfen. Die beiden wichtigsten Kriterien, v. a. im Bereich Naturwissenschaft/Technik,  sind

Das Konzept von Metatopics und Local Main Topics, das von Do Mi Stauber, einer amerikanischen Indexerin, stammt, ist für naturwissenschaftlich/technische Texte entscheidend für die Schaffung qualitätsvoller Indexe. Es hilft, schnell und effektiv Entscheidungen hinsichtlich des Was zu fällen. Cutter’s Rule geht schon sehr in Richtung des Wie, hilft auf seine Art aber auch, die passenden inhaltlichen Entscheidungen zu fällen. Ich empfehle daher, sich vor dem Lesen der nachfolgenden Regeln beide Kriterien anzuschauen (die Links dazu sind oben angegeben).

Darauf basierend und aufgrund langjähriger Erfahrung mit dem Indexieren naturwissenchaftlich/technischer Texte habe ich einige Regeln zur inhaltlichen Erschließung aufgestellt, die hier der Reihe nach vorgestellt werden.  Unterteilt sind sie in die beiden Bereiche

  • Bildung von Unterthemen (UT) und
  • Verhältnis von Hauptthema (HT) zu Unterthema

Entsprechend gibt es Walters UT-Regeln und Walters HT-UT-Regeln. Da kein Unterthema ohne ein zugehöriges Hauptthema gebildet werden kann, überlappen sich beide Bereiche an vielen Stellen, aber die Schwerpunkte liegen jeweils etwas anders, wenn man sich einmal ganz auf die UT konzentriert und zum Zweiten das Zusammenspiel von HT und UT näher betrachtet.

Folgende Regeln haben sich herauskristallisiert:

  • Walters 1. Unterthema(UT)-Regel: Kontextfindung und Hierarchieprinzip
  • Präpositionen und Konjunktionen
  • Walters 2. Unterthema(UT)-Regel: Wann UT-Bildung?
  • Walters 3. Unterthema(UT)-Regel: Redundanzen und Nahklassifikition
  • Walters 4. Unterthema(UT)-Regel: Fernklassifikition
  • Walters 5. Unterthema(UT)-Regel: Metatopic
  • Walters 6. Unterthema(UT)-Regel: alleinstehende Einträge
  • Walters 1. HT-UT-Regel: Eigenschaften und andere Beifügungen
  • Walters 2. HT-UT-Regel: zusammengesetzte Begriffe
  • Walters 3. HT-UT-Regel: Einzahl-Mehrzahl-Besonderheiten
  • Walters 4. HT-UT-Regel: Invertierungen und Permutationen (Double Postings)
  • Walters 5. HT-UT-Regel: Haupteintrag mit oder ohne Locator-Verweis?
  • Walters 1. Querverweis(QV)-Regel: Wann überhaupt?
    • 1. Grund
    • 2. Grund
    • Kein Querverweis
  • Walters 2. Querverweis(QV)-Regel: Wann siehe-, wann siehe-auch-Verweis?
    • Siehe-Verweis von UT aus
    • Siehe-auch-Verweis von UT aus
    • Siehe-auch-Verweis für zusätzlichen Aspekt

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