Über Walter

Walter Greulich ist einer der großen Netzwerker der Szene der freien Lektoren und Redakteure. In wechselnden Teams stellt er sich der Herausforderung der Digitalisierung, die seit einigen Jahren die Verlagswelt von grundauf verändert.

Das Thema Indexing verfolgt ihn seit seiner Jugend, als er zu Heften von Bild der Wissenschaft, das er damals mit Begeisterung las, eigene kleine Register anfertigte – einfach, um bestimmte Artikel schneller wiederfinden zu können. Während des Physikstudiums spielte das Indexing nur eine unterschwellige Rolle dergestalt, dass er manche Buchregister handschriftlich mit weiteren Einträgen versah, wenn bestimmte Aspekte, die in einem Buch behandelt wurden, keinen Niederschlag im Register gefunden hatten. Mit Macht stellte sich ihm die Aufgabe, das Problem Registererstellung anzugehen, als es während seiner Verlagszeit darum ging, dass zu mehrbändigen Handbüchern ausführliche Register angelegt werden sollten. Dabei musste er sich nicht nur in das Thema einarbeiten, sondern auch Richtlinien erstellen, die an freie Mitarbeiter ausgegeben werden konnten und die gewährleisteten, dass von vornherein passable Ergebnisse abgeliefert wurden. Unglaublich hilfreich waren die Diskussionen mit seinem damaligen Chef, dem Leiter des Lektorats bei VCH, Dr. Hans F. Ebel, und dem wissenschaftlichen Herausgeber der Enycyclopedia of Applied Physics, Dr. George L. Trigg. Einen weiteren Erkenntnisschub erlebte er, als er nach der Gründung des Deutschen Netzwerks der Indexer im Jahr 2004 (neben ihm selbst durch den Informationsexperten Jochen Fassbender, den Informations- und Indexing-Guru Dr. Robert Fugmann, den Indexingexperten Michael Robertson und den Lektor und Indexingbegeisterten Dietmar Töpfer) Zugang zur internationalen Szene der Indexer fand. Es tat sich, auch was die Literatur über Indexing angeht, eine völlig neue Welt auf. Seit dem haben sich nicht nur seine Kenntnisse und Fertigkeiten verbessert, sondern neue Freundschaften wurden geschlossen – über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus.

Die Zahl der Register, die er selbst erstellte oder deren Erstellung er betreute, liegt bei weit über 100. Doch was waren und sind das für Register! Der Index mit den meisten Einträgen ist der zu einer 20-bändigen Naturenzyklopädie (ca. 110.000 Einträge), der Index mit der längsten Gesamterstellungszeit (etwa 7 Jahre) ist der zur (23-bändigen) Encyclopedia of Applied Physics (er entstand kumulativ und hat nur schlappe 32.000 Einträge), der inhaltlich und vom Aufbau her am meisten fordernde ist der zum Buch von Zee „Einstein’s Gravity in a Nutshell“ (mit knapp 6000 Einträgen, die besonders ausführlich sind und durchgehend in drei Ebenen präsentiert werden), die Indexe mit den größten technischen Herausforderungen sind die, die im Rahmen der Entwicklung eines neuen Indexing-Verfahrens, SmartIndexing, entstanden und noch entstehen. Auch bei diesen Indexen in den Bereichen Pharmakologie, Chemie, Medizin, Biologie sind durchweg große bis riesige Mengen an Einträgen (bis über 30.000) zu bewältigen.


Nach seinem Physik-Studium in Gießen arbeitete Walter 1983 bis 1992 beim Verlag Chemie (später VCH, heute Wiley-VCH). Dort sammelte er als Redakteur der Physikalischen Blätter (heute: Physik-Journal; Zeitschrift der Deutschen Physikalischen Gesellschaft) und als Lektor des Physikbuch-Programms wertvolle Erfahrungen, die er an seine Mitarbeiter und seit einiger Zeit auch als Lehrbeauftragter an den Verlagsnachwuchs und an angehende Wissenschaftler weitergibt: Wintersemester 2001/2002 bis Wintersemester 2002/2003 Lehrauftrag Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart, 2003-2007 und seit 2014 erneut Lehrauftrag an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (früher: Berufsakademie) in Mannheim, seit 2007 Dozent der Akademie des Deutschen Buchhandels (ab 2014: Akademie der deutschen Medien) in München.

Darüber hinaus engagiert er sich im Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VfLL), im Deutschen Netzwerk der Indexer (DNI) und in der Gesellschaft für Technische Kommunikation tekom. Des Weiteren ist er Mitglied der Society for Editors and Proofreaders (SfEP), der American Society for Indexing (ASI), der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Gesellschaft für Biophysik (DGfB).

Editing Indexing Science